Über Dr. Joachim Wunderlich

Seit 50 Jahren bin ich Arzt. Ich liebe diesen Beruf immer noch. Die ersten sechs Jahre war ich auf Intensivstationen tätig, zum Teil in leitender Funktion und habe gelernt den Tod zu akzeptieren.

Über all die Jahre habe ich mit erlebt, wie ein Syndrom, die chronische Herzinsuffizienz, immer wichtiger wurde. Sie hat viele Ursachen: das Älter- werden der Bevölkerung, das Überstehen von akuten Situationen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung.

Trotz aller medikamentösen Fortschritte wie Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Spironolacton und aller apparativen Neuerungen, wie implantiertbare Defibrillatoren, Re-Synchronisationssystemen, kardialen Unterstützungssystemen des linken Ventrikels und neuer Operationsverfahren, haben sich die Zahlen der Einweisung mit dieser Diagnose von 1995 bis 2015 verdoppelt.

Die chronische Herzinsuffizienz bleibt die häufigste Todesursache und die Zahlen steigen.
Ich habe seit 1980 in meiner Praxis viele Doktorarbeiten zu diesem Thema verteilt und betreut. Wir haben ein Modell der integrierten Versorgung zur chronischen Herzinsuffizienz entworfen.

Vor circa zwei Jahren entstand die Idee, dieses Syndrom mit tragbaren Sensoren 24 Stunden am Tag und 7 Tage pro Woche zu überwachen, um vor dem Auftreten von Symptomen wie Wasseransammlungen im Körper und Luftnot, eine Lösung zu finden, die Verschlechterung frühzeitiger zu erfassen.

Hierfür werden wesentliche, die Prognose der chronischen Herzinsuffizienz anzeigende Parameter erfasst, diese gewichtet und über einen Algorithmus und künstliche Intelligenz einen Risikoscore berechnen.

Dieser Score und eine frühzeitige Intervention soll dazu führen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und dadurch die Lebensqualität und die Prognose dieser Patienten zu verbessern.